Kulinarisches
Die typische kanarische Küche treffen Sie vorwiegend in einfachen Restaurants und Landlokalen an, wo die Einheimischen verkehren. Die Kanarier essen reichlich und gut. In den Hotels und Touristikzentren haben sich die Wirte auf die internationale Küche verlegt. Dort finden Sie vom Kaffeehaus, dem Steaklokal, der Pizzeria, dem Feinschmeckerlokal beinahe all jene Lokale, die Sie von zu Hause her gewohnt sind. Die angebotene Qualität ist sehr unterschiedlich.
In einem Restaurante bekommen Sie die Hauptmahlzeiten, wie bei uns in einem Speiselokal. Die Restaurants und Cafeterias müssen ihre Speisekarten mit Preisangaben aller Speisen und Getränke aushängen und ein Beschwerdeblatt (hoja de reclamaciones) bereitlegen, das in jeder Sprache ausgefüllt werden kann und innerhalb von 48 Stunden den Behörden zur Kenntnis gebracht werden muß. Die Restaurants sind verpflichtet, ein günstiges Touristenmenü anzubieten. Es besteht aus Vor-, Haupt- und Nachspeise und enthält meistens wahlweise einen Viertelliter Wein oder Mineralwasser. Bars sind eine Mischung zwischen Restaurant und Kneipe. Tapas bekommt man dort so gut wie immer, oft auch eine vollständige Mahlzeit. Bodegas sind reine Weinkneipen.
Eine Besonderheit zum desayuno (Frühstück) ist das huevo pasado. Es ist ein Ei, in eine Kelle geschlagen, das nur einmal in kochendes Wasser getaucht wird. Zu den Hauptmahlzeiten almuerzo (Mittagessen) und cena (Abendessen) nehmen die Kanarier in der Regel Vorspeisen (entremeses) und Nachspeisen (postres) zu sich.
Als Zwischenmahlzeiten gibt es tapas. Manche Bars bieten ein vielfältiges Angebot. Hier seien nur einige genannt: Huhn in Knoblauch (pollo al ajillo); panierter Fisch (pescado empanado); Hackfleischbällchen (albóndigas); Omelett mit Kartoffeln (tortilla); Kuddeln (callos); Gulasch (estofado); Kartoffelsalat (ensaladilla rusa); Kraken (pulpos); Fleisch mit Hülsenfrüchten und Tomaten (ropa vieja); Kichererbsen mit Bauchfleisch (garbanzos); manchmal auch Muscheln (mejillones), Garnelen (gambas) und andere Meeresfrüchte (mariscos) und vieles mehr. Mehrere tapas ergeben durchaus eine leckere, abwechslungsreiche Hauptmahlzeit. Tapa bedeutet eigentlich Deckel. Der Begriff soll sich in Lokalen gebildet haben, die nur eine Konzession für den Ausschank von Getränken hatten. Damit die hungrigen Trinker nicht in Speiselokale abwanderten, kredenzten die Wirte zu jedem Glas Bier (cerveza) oder Wein (vino) eine tapa. Das waren kleine Tellerchen mit Oliven, Ziegenkäse oder einem Stück Fleisch, die sie auf das Glas stellten.
An Getränken bekommen Sie nahezu alles, was Sie von Europa her gewöhnt sind. Einheimische Biermarken sind das Tropical und das Dorada, empfehlenswert sind die Festlandweine, etwa aus dem Gebiet Rioja und vor allem die kanarischen Landweine, besonders die von El Hierro, Teneriffa und Lanzarote. Auf Fuerteventura wird kein Wein gekeltert. Als Aperitif trinken die Kanarier ron (das ist ein weißer, klarer Rum) oder Landwein. Ron con miel (Rum mit Honig) hat einen besonderen Reiz. Das kanarische Nationalgetränk aber ist Whisky mit Mineralwasser.
Nach dem Essen gibt es einen Kaffee mit Brandy, Anisschnaps, Bananenlikör oder einen carajillo. Das ist ein „entzündeter“ Brandy (mit Zucker, einer Kaffeebohne, einer Zitronenscheibe, etwas Kaffee- oder Anislikör), der mit schwarzem Kaffee gelöscht wird. Leider ist diese feine Form des carajillo selten. In den meisten Bars bekommen Sie nur einen café solo mit einem Spritzer Brandy.
Der Kaffee ist schwarz-geröstet. Ein Espresso nennt sich café solo; Kaffee mit wenig Milch heißt café cortado, café con leche ist ein Kaffee mit viel Milch. Auch bei der Milch können Sie in der Regel wählen zwischen leche natural (Kuhmilch) oder leche condensada (gezuckerte Kondensmilch).
Die angebotenen Mineralwasser sind gut (z. B. firgas), man sollte davon reichlich trinken, um den Mineralverlust, der durch Schwitzen verursacht wird, auszugleichen. Leitungswasser und Wasser aus Zisternen sollte man nicht trinken, es sei denn, Sie kochen es zuvor ab.
Zu einem kanarischen Haus gehört die pilar. Die pilar ist ein innen ausgehöhlter, außen nach unten rundbearbeiteter Muschelkalk-Sandstein-Würfel, der in ein dafür gefertigtes Holzgestell gehängt wird. In diesen Stein füllen die Einheimischen ihr Zisternenwasser. Das Wasser wird gereinigt und mit Mineralstoffen angereichert. Langsam tropfend füllt es eine Tontasse, die auf einem in der Mitte gelochten Tonteller steht. Der wiederum steht auf einem Tonkrug, der das überlaufende Wasser einfängt und kühl hält. Es war früher Brauch, einen Schluck Wasser aus der Tontasse zu nehmen, bevor man ein Haus betrat. Heute wird die pilar fast nur noch als dekoratives Relikt benutzt. Und dekorativ ist sie wirklich. Nach einer Zeit des Gebrauches setzt sich an dem Stein Adiantum an, das schnell und üppig wächst. Mit seinen lindgrünen Blättern und gelackt wirkenden schwarzen Stengeln, deren Farbe dem Chinalack nicht unähnlich ist, schmückt es die pilar.
Die kanarischen Spezialitäten sollte man sich nicht entgehen lassen. Zur Vorspeise bestellt man am besten tapas oder eine gemischte Vorspeisenplatte. Die besteht in der Regel aus Ziegenkäse (queso blanco), rohem Schinken ( jamón serrano), gebratenem Schweinefleisch (chicharrón de cerdo; auch pata de cerdo), Oliven (aceitunas) und anderem mehr. Der potaje canario ist eine empfehlenswerte Gemüsesuppe, der potaje de berros eine ausgesprochene Spezialität. Er wird aus Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Fleisch und frischer Brunnenkresse zubereitet. Wo es Fisch gibt, bekommen Sie in der Regel auch eine originale Fischsuppe, sopa de pescado, in der nahezu alles enthalten ist, was der Fischer an Land zieht.
Fisch wird gebraten (a la plancha), filetiert ( filete) oder gekocht (cocido) serviert. Dazu werden papas arrugadas, mojo verde und mojo rojo (auch mojo picón) gereicht. Papas arrugadas sind kleine in Salzwasser gekochte Pellkartoffeln, die Sie mit der schrumpeligen Haut essen können. Der mojo ist eine typisch kanarische Soße. Mojo besteht aus viel Knoblauch, Olivenöl, Weinessig, sechs einheimischen Gewürzkräutern, grünem Chili (mojo verde) oder rotem Chili (mojo rojo). Der mojo rojo ist sehr scharf, dem mojo verde wird gelegentlich Avocadofleisch beigegeben.
Wer Fisch will, erkundigt sich am besten nach dem Tagesfang. Cherne ist ein typisch kanarischer Fisch, den es nur in dieser Ecke des Atlantiks gibt. Die vieja (= die Alte) ist ein schmackhafter, karpfenähnlicher Atlantikfisch und eine der ersten Fischspezialitäten des Kanarischen Archipels. Sie wird mit den Schuppen gekocht und auf dem Teller mit Essig und Öl gewürzt. Besonders lecker, aber seltener, sind cabrilla (Ziegenkopffisch) und pescadilla (Wittling). Mero (Zackenbarsch), sama (Rotbrasse) und atún (Thunfisch) sind durchaus zu empfehlen. Sardinen stehen beinahe auf allen Speisekarten einheimischer Lokale.
Bei Schalentieren und Meeresfrüchten sollte man vorsichtig sein. Der Fischfang deckt längst nicht mehr den Bedarf. Vieles wird tiefgefroren eingeflogen, das trifft vor allem zu auf Kalamaren (calamares), Garnelen (gambas), Königskrabben (langostinos), Langusten (langostas) und Hummer (bogavante). Die Miesmuscheln (mejillones) stammen garantiert von der afrikanischen Westküste oder dem spanischen Festland. Lapas (Napfschnecken) die man an den Kliffs erntet, sind frisch, von fester Konsistenz und werden mit mojo verde kredenzt. Caldo de pescado ist eine Fischbrühe (keine Suppe) mit frischem gekochtem Fisch, zu der Salzkartoffeln serviert werden. Eine echte Fischermahlzeit ist das sancocho. Sancocho besteht aus gegartem Stockfisch mit Süßkartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch. Die cazuela ist eine Fischpfanne aus Fischfilets, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie. Der Sud wird mit gofio abgebunden. Cazuela de mariscos ist eine Meeresfrüchtepfanne.
Das gofio wurde von den Altkanariern übernommen und bedeutet Brot. Er besteht aus geröstetem Mais-, Gersten- oder Weizenmehl, das mit wenig Wasser in eine dünne Ziegenhaut (zurrón) gegeben und darin geknetet wird. Im zurrón wird gofio auch aufbewahrt und transportiert, etwa als Verpflegung bei der Feldarbeit. Aus dem zurrón greift man eine mundgerechte Portion heraus und rollt sie zu einer Kugel. Gofio ist eine trockene Angelegenheit, deshalb trinken die Kanarier dazu viel Wein. Mit Honig und Fruchtsaft angerührt ist gofio besonders lecker. Die Einheimischen kredenzen gofio noch zu Fischgerichten, mischen es einer Fischsuppe unter, dem gofio escaldado oder rühren es sich als Kraftfrühstück in warme Kuh- oder Ziegenmilch oder in ihren café con leche. Auf den Speisekarten steht gofio leider immer seltener.
Ein exzellentes Gericht ist der puchero canario, den die Kanarier gerne an Sonn- und Feiertagen zubereiten. Mindestens vier Gemüsesorten werden getrennt voneinander in Salzwasser oder Fleischbrühe gedünstet. Dazu werden verschiedene Fleischsorten wie Rind-, Schweine-, Ziegen-, Lamm- und Geflügelfleisch (bis zu sieben verschiedene Fleischsorten) bereitet, die eine würzige Brühe ergeben. Weitere empfehlenswerte Fleischgerichte sind carne de cochino en adobo (in Beize eingelegtes, gebratenes Schweinefleisch) und cordero (Lamm) mit Minzsoße. Ein Zicklein (cabrito) sollte man nicht auslassen. Die Zicklein werden hauptsächlich auf Fuerteventura gezüchtet.
Eine weitere kanarische Spezialität ist das Kaninchen (conejo), zur Jagdzeit (erster Sonntag im August bis letzter Sonntag im Dezember; Niederwildjagd: Wildkaninchen, Wildtauben, Rebhühner) bestellt man am besten ein Wildkaninchen (conejo salvaje). Es wird in einer Fleischbrühe mit Kräutern, Chili, Knoblauch und Safran gegart. Dazu reicht der Wirt mojo rojo.
Ein Kanarier läßt die Nachspeise nicht aus. Sie ist meist deftig, entschließt er sich nicht gerade zu flan (Eierstich) mit Karamelcreme oder zu Melone. Torrijas sind Maismehlküchlein mit Anis und Honig. Frangollo ist eine Süßspeise aus Milch und Mais, bienmesabe eine Bananenspeise mit Mandeln, Kakaopulver und Schlagsahne. Pudín de queso fresco ist ein Pudding aus Ziegenkäse und Eiern. Der bonbon gigante ist in der Tat gigantisch, zumindest was die Kalorienzahl betrifft. Er besteht aus geraspelter Blockschokolade, die mit Eigelb verrührt und in einem Wasserbad erwärmt wird. Wer eine leichtere Nachspeise vorzieht, der bestelle sich Obst ( frutas). Nennenswert ist die aus Indochina eingeführte „kanarische“ Banane, eine kleine, wetterunempfindlichere Art (musa cavendishii) von besonderer Süße. Seltener werden einem Feigen (higos) geboten, obwohl sie hier gut gedeihen.
Die Kanarier essen zu Mittag zwischen 13 und 16 Uhr, zu Abend speisen sie in der Regel nicht vor 20 Uhr. Beim Essen geht es laut her, wichtig ist, daß von allem reichlich aufgetischt ist, jeder kann essen, wie er will, Hauptsache, es schmeckt. Zum Essen wird reichlich Wein getrunken. Man stößt übrigens auf den Kanaren nur zu besonders festlichen Anläßen an. Wo Sie die besonderen Lokale finden, lesen Sie bitte in dem Kapitel Orte & Sehenswürdigkeiten.
La Cocina de Colacho - eine Traumküche
Wer das Restaurant La Cocina de Colacho (Colachos Küche) in Playa Blanca das erste Mal betritt, sieht sofort, hier sollten Träume verwirklicht werden. Die bemerkenswerte Außen- u. Innenarchitektur bietet einen ungewöhnlichen Rahmen für die exzellente Küche des kreativen Spitzenkochs.
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Schon bei der ersten Betrachtung weckt das 2007 fertiggestellte Gebäude Aufmerksamkeit und Neugierde. Verantwortlich dafür ist der spanische Architekt Ángel García Puertas, der in seiner Haus- und Raumgestaltung nicht nur auf Lanzarote ungewöhnliche Wege geht. Seine Architektur hat Ecken und Kanten, hat ihren eigenen Charakter. Großzügig geht er mit Glas und Farben um, mit schrägen Dächern und vor allem mit Licht. Das gesamte Restaurantgebäude ist außen wie innen mit Designerlampen ausgestattet. Im Eingang steht beispielsweise ein Lichterbaum von Catellani & Smith. Ángel García Puertas ist hier ein kunstvolles Ambiente gelungen, indem sich gut verweilen und speisen lässt. Wer das Restaurant betritt, blickt auf zwei Ar- kadenfenster, hinter denen Colacho arbeitet. Die Küche ist beinahe von jedem Tisch aus einsehbar und blitzt vor Sauberkeit. Es ist eine Freude, Colacho und seinen Mitarbeitern bei der
Arbeit zuzusehen. Doch eigentlich sieht es gar nicht nach Arbeit aus. Eher wie ein genüssliches Schaukochen, bei dem jeder Handgriff sitzt. Selbst bei vollem Restaurant und üppiger Auftragslage. Aber so ist es eben bei Könnern, da sieht selbst das Schwierigste leicht aus.
Eine kleine Vorspeise wird aufs Haus kredenzt. Diesesmal ist es ein Schnapsglas voller wohl- schmeckender Kürbiscreme, dazu eine Krokette vom Kabeljau. Natürlich wird die Speisekarte im Laufe der kommenden Monate und im Zuge der Jahres- zeiten geändert werden, doch wird es bei dieser Qualität ohnehin ein schwieriges Unterfangen bleiben, eine Empfehlung auszusprechen. |
Der Star unter den Vorspeisen ist zweifelsfrei die Entenleberterrine mit einem kleinen Salat aus Pinienkernen und Weinbeeren (Terrina de Foie con Pequeña Ensalada de Piñones y Pasas). Doch wer zum Auftakt eine heiße Creme bevorzugt, dem sei die Kürbiscreme mit Joghurteis und krossgebratenem ibérischen Schinken empfohlen (Crema de Calabaza con Helado de Yogur y Crujiente Ibérico). Zum Hauptgang bietet Colacho Seehecht mit Krautravioli und Malvasíasauce (Merluza con Ravioli de Berza y Salsa Malvasía) an oder ein Risotto mit kleinen Kalamaren, garniert mit Paprika (Risotto con Chipirones y Teja de Pimiento), um nur zwei Gerichte zu nennen. Selbstverständlich bekommen Sie auch fangfrischen Fisch (Pescado de La Isla), oder Kabeljaufilet mit Tomatenkonfitüre und Kartoffelpüree an Thymian (Lomo de Bacalao con Tomate Confitado y Puré de Papas al Tomillo). Wer Fleisch bevorzugt, der möge sich für das gegrillte Spanferkel entscheiden (Cochinillo Asado), dessen Fleisch so zart ist, dass es auf der Zunge zergeht und das geschmacklich besser nicht sein könnte. Natürlich sind die anderen Gerichte wie etwa die gebratene Lammschulter nach Art des Hauses (Paletilla de Cordero „Asado a mi Estilo“) oder ein Jungstierfilet mit Entenleber und karamelisiertem Apfel (Solomillo de Novillo con Foie y Manzana Caramelizada) keinesfalls zu verachten und deshalb bei einem nächsten Besuch unbedingt zu probieren Zum Nachtisch bietet Colacho ausschließlich hausgemachte Leckereien und eine Auswahl aus kanarischen Käsesorten mit Feigen- marmelade (Surtidos de Quesos Canarios y Mermelada de Higos). Wer alle süßen Dinge versuchen möchte, der ist wohl mit einem gemischten Nachspeisenteller, der auch Empfehlung des Chefs ist, am besten bedient (Surtido de Postres. Sugerencias de Colacho). Zum Abrunden des Abends sei noch Colachos feine Auswahl an Spirituosen erwähnt. Falls Sie die gesamte Speise- und Weinkarte einsehen wollen, klicken Sie bitte hier.
FON: (+34) 928 51 96 91 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. La Cocina de Colacho 35580 Playa Blanca - Lanzarote |


















