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Land & Leute Lanzarotes u.d.kanarischen Archipels

Mythologisches

Mythologisches

Homer schrieb gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. in seiner „Odyssee“ von Elysischen Gefilden, und man sah darin die Kanarischen Inseln. Herodot (um 490 – 425/420 v. Chr.), Begründer der griechischen Geschichtsschreibung, sprach von den Gärten der Hesperiden. Dem Mythos zufolge trug Atlas, Herrscher Mauretaniens, mit seinem kegelförmigen Berg das Gewicht des Firmamentes. Sieben Töchter gebar ihm Hesperia, Töchter Atlantis genannt.; oder auch die Hesperiden. Sie waren verbannt auf die Inseln, wo sie die Nacht erfunden haben sollen, um ihre goldenen Äpfel vor Dieben zu schützen. Platons (427 – 347 v. Chr.) versunkenes Atlantis, beschrieben in den Dialogen „Kritias“ und „Timaios“ glaubte man hier zu entdecken. Im Buch „Genesis“ und dem Buch „Ezechiel“ nennt die Bibel die Inseln Elysa oder Elysis und Inseln des Purpurs. Der Philosoph und Historiker Plutarch (um 50 – 125 n. Chr.) sprach von den Inseln der Seligen in seinem „Leben des Sertorius“. Der mauretanische König Juba II. entsandte 24 n. Chr. eine Expedition, um mehr über die sagenumwobenen Inseln zu erfahren, doch die Berichte darüber gingen verloren. In den Texten des römischen Schriftstellers Plinius (im 1. Jahrhundert n. Chr.) – der die Inseln selbst nie gesehen hatte – findet man erste Details über die Pflanzenwelt. Er schrieb von Drachenbäumen und Pinienwäldern. Er nannte den Archipel Inseln des Purpurs oder Pupurarien, wie lange vor ihm, um 1100 v. Chr., die Phönizier. Sie begaben sich von Gades aus, dem heutigen Cádiz, auf Entdeckungsfahrt entlang der afrikanischen Küste, stießen auf Lanzarote und Fuerteventura und nahmen von dort die Orchilla-Flechte (Roccella tinctoria) mit, aus der sie Purpur gewannen. Auch die Karthager besuchten die Inseln. Trotz der zahlreichen Entdecker wurden die Kanaren zu Beginn des Frühmittelalters vergessen. Schon im 2. Jahrhundert n. Chr. bestimmte der Mathematiker, Astronom und Geograph Ptolemäus (um 85-160 n. Chr.) die dem Sonnenuntergang am weitesten vorgeschobene Insel El Hierro, im Punta de Orchilla, für seinen Nullmeridian und integrierte damit die Kanarischen Inseln in das erste Gradnetz der bewohnten Welt. Erst später wurde der Nullmeridian über Umwege nach Greenwich verlegt. So waren die Kanarischen Inseln unter dem Bergriff insulae fortunatae längt in einer Weltkarte verzeichnet, bevor man sie vergaß.

Woher der Archipel seinen heutigen Namen hat, ist ungewiss. In alten Aufzeichnungen sprach man von den Inseln der Vögel, Canora (lat. canere – singen). Wahrscheinlicher stammt Canaria von den hochgewachsenen Hunden, die die Entdecker hier vorfanden (lat. canis – Hund) also Hundeinsel.

(Autor: Wolfgang Borsich)